Archiv der Kategorie 'Filme'

Foucault-Reihe II: Rick Roderick on Foucault

Rick Roderick on Foucault: The Disapperance of the Human

Produktionsjahr: 1993
Gattung: Vorlesung
Drehort: USA
Laufzeit: 45 Minuten
anarchistisch geprägt

In 45 Minuten will Rick Roderick, ein amerikanischer Philosophie-Dozent, Foucaults Ideen und Einsichten erläutern. Dabei streift er viele Punkte, z.B. Foucaults Geschichtsverständnis. Er beantwortet die Frage, warum es wichtig sei Diskurse von Marginalisierten und Diskontinuitäten in jeden Versuch einer Geschichtsschreibung einzubeziehen. Mit Witz und auf Verstehen bedacht verteidigt er Foucaults unverschämte These, dass Wissen durch Macht kontrolliert wird und beide sich bedingen.
Viel Zeit wird verwendet um Foucaults Buch Überwachen und Strafen zu erläutern. Warum hat das barbarische Vierteilen von Verbrechern die gleiche Basis wie das panoptische Gefängnis Benthams? Anhand dieser Frage beschreibt Rick Roderick das soziale Gefängnis für das Foucault unsere Gesellschaft hält.
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Youtube in englisch

Foucault-Reihe I: Foucault gegen Foucault

Produktionsjahr: 2014
Gattung: Dokumentation
Drehort: Frankreich
Laufzeit: 52 Minuten
Regisseur Arte
anarchistisch geprägt

Mit Bildern und in Gesprächen wird sich den herausfordernden Werken Foucaults angenähert.
Michel Foucault gilt als einer der wichtigsten Vertreter des französischen Poststrukturalismus. Seine Arbeiten, in denen er das Entstehen und die Mechanismen von Macht untersucht, und Schulen, Kasernen und Krankenhäuser mit Gefängnissen vergleicht, sorgten stets für Kontroversen. Zu seinen wichtigsten Werken zählen unter anderem „Wahnsinn und Gesellschaft“, „Die Ordnung der Dinge“, „Archäologie des Wissens“, „Überwachen und Strafen“ sowie seine großangelegte, dreiteilige Geschichte der Sexualität. Diese Werke erscheinen auch in der Dokumentation.
Neben dem Schreibtisch war auch die Straße Ort von Foucaults Praktiken. Er solidarisierte sich mit verschiedenen sozialen Bewegungen und nahm selbstverständlich an Demonstrationen teil. Heute wird Foucault oft von Post-Anarchist_Innen angeeignet, insbesondere seine Analyse der Macht, die auch produktiv sein kann und beispielsweise Menschen auffordert über Sexualität zu sprechen.

Link: Youtube

Fourth World War

Produktionsjahr: 2003
Gattung: Dokumentation
Drehort: USA
Laufzeit: 75 Minuten
Regisseur Big Noise
anarchistisch geprägt

Im vierten Weltkrieg stehen sich nicht Nationen oder Armeen gegenüber. Es ist ein Krieg zwischen einer gesellschaftlichen Logik der Ausbeutung und dem Willen auf ein gutes und freies Leben. In diesem Sinne ist Herrschaft immer repressiv, es ist ein Geschäft der Unterdrückung. Auf der Welt regt sich Widerstand gegen repressiven Strukturen. Ob es die Zapatisten in Mexiko, Gewerkschaften in Südkorea, soziale Bewegungen in Argentinien oder Kanada – alle kämpfen gegen den gleichen Feind in unterschiedlicher Erscheinung, dem Empire. Selbst Palästina wird undifferenziert dieser weltweiten Multitude hinzugerechnet.
Das Empire stand nicht plötzlich auf der Weltbühne, es hat sich entwickelt. Mit der Auslagerung der Produktion aus den kapitalistischen Zentren und mit Freihandelsabkommen wie NAFTA.
Jeder Krieg hat auch seine Opfer. Diese kommen auch im „vierten Weltkrieg“ zu Geltung. Ob es nun Carlo Giuliani oder Opfer bei Bombenabwürfen, das Empire kennt kein Mitleid. Und es hat auch keines verdient; Gewalt ist legitim und geboten, folgt mensch dem Film.

Link: Youtube (englisch mit deutschen Untertitel)

Street Politics 101

Produktionsjahr: 2013
Gattung: Dokumentation
Drehort: Kanada
Laufzeit: 30 Minuten
Regisseur submedia.tv
spezifisch anarchistisch

Als im März 2012 die Studiengebühren in Montreal erhöht wurden, kam es zu einem massiven Streik der Student_Innen, der über sechs Monate die Straßen einnahm. Proteste und massenhafte direkte Aktionen wurden Teil des Alltags. Mehrere Male demonstrierte über 100.000 auf den Straßen Montreals. Die Antwort der Polizei ließ
nicht lange auf sich warten und ließen ihre Knüppel und Gefangennahmen sprechen. Es gab sogar Aufenthaltsverbote für das gesamte Stadtgebiet. Aber mit jedem Schlag eines Polizisten, wuchs die Bewegung. In ihrer Arroganz unterschätzte die Regierung die engagierte Arbeit von Studenten, deren Langzeit-Organisierung das Fundament für die größten Demonstrationen in Kanada legte. Der Film stellt dies als These auf und versucht die Notwendigkeit für radikales Community Organisation zu begründen.

Link: archive.org (englisch)